Aufgesammelt!

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Spinat – würzig feines Blattgemüse

Spinat – Blattgemüse

Spinat …

… oder Spinacia oleracea, (wissenschaftlicher Name), ist fast das ganze Jahr über erhältlich. Der kräftigere, langstielige Herbst- und Winterspinat wird von September bis November geerntet, ist etwas robuster und schmeckt deutlich herber und würziger. Frühlings- und Sommerspinat sowie Herbst- und Winterspinat sind nicht verschiedene Arten, sondern lediglich unterschiedliche Reifegrade. Als wahrer Frühlingsbote kommt er zu uns aus dem heimischen Freilandanbau. Dieser besonders milde und zarte Blattspinat wird von März bis Mai von Hand geerntet. Er ist noch nicht ausgewachsen, was ihn so besonders fein im Geschmack macht, dass er roh in Salaten gegessen werden kann.

Verbreitung & Historie

Spinat wird in unterschiedlichsten Sorten weltweit kultiviert und heutzutage überall außerhalb der Tropen angebaut, in Europa vor allem in Italien, Frankreich und Deutschland. Der Echte Spinat ist nur als kultivierte Gemüsepflanze bekannt. Wie viele andere Gemüsepflanzen kommt der Spinat ursprünglich nicht aus unserem Kulturkreis. Sein Ursprung soll in Südwestasien sein. Im südöstlichen Mittelmeerraum wurde er aber schon seit der frühen Antike angebaut. Er verbreitete sich ab dem 9. Jahrhundert in Europa, wurde im 13. Jahrhundert zum ersten Mal im deutschen Sprachraum erwähnt, wo er von nun an nicht mehr wegzudenken war.

Mythen

Irrtümlich wurde sein Eisengehalt jahrelang überschätzt. Eine Theorie schreibt das einem Aufzeichnungsfehler zu, der sich lange hielt und als Mythos bis heute verbreitet ist. Statt realistischer 3,5 mg wurden dem Spinat 35 mg Eisengehalt auf 100 g frischen Spinat zugejubelt. Ernährungsratgeber übernahmen diesen hohen Wert und erklärten Spinat zum Eisenlieferanten Nummer eins. In Amerika wurde aus dieser Sicht Anfang der dreißiger Jahre Seemann Popeye kreiert. Wer erinnert sich nicht an diesen fantastischen spinatessenden Muskelmann und Komik-Helden, für den jeder Tag mit dem Verzehr einer Dose Spinat begann.

Wertvolle Inhaltsstoffe

Es ist richtig, dass Spinat Eisen enthält, dass dieser Gehalt jedoch überdurchschnittlich hoch sei, wurde mittlerweile widerlegt. Dennoch hat Spinat einen wesentlich höheren Eisengehalt als beispielsweise Rotkohl oder Kopfsalat. Zudem enthält Spinat reichlich Vitamin A, C, Folsäure, Kalium, Kalzium und Magnesium.

Einkauf & Lagerung

Frischer Spinat ist nur wenige Tage haltbar. In ein feuchtes Tuch gewickelt kann er etwa zwei Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Neben frischem Spinat ist die Tiefkühlvariante sehr beliebt. Tiefkühlspinat sollte bis zur Verwendung im Gefrierfach aufbewahrt und während des Kochvorgangs bei mittlerer Hitze aufgetaut werden. Das in Blattspinat enthaltene Nitrat an sich ist für den menschlichen Körper ungefährlich, kann durch unverhältnismäßg lange Lagerungs- und Warmhalteprozesse in Nitrit umgewandelt werden, das in bestimmten Mengen schädlich ist. Es ist also wichtig, frischen Blattspinat nicht zu lange zu lagern und möglichst gleich nach der Zubereitung zu genießen, andernfalls nach schneller Abkühlung erst zum Verzehr wieder kurz erwärmen. So ist der Genuss von Blattspinat unbedenklich.

Zubereitung

Vor der Zubereitung sollte Spinat gründlich gewaschen und die Stiele entfernt werden. Faltet man die Blätter jeweils längs in der Mitte zusammen, lässt sich die Blattrippe leicht abziehen. Den Spinat portionsweise in einen großen Topf mit kochendem Salzwasser geben und für ca. 30 Sekunden blanchieren. Dann mit einer Schaumkelle herausnehmen und in Eiswasser abschrecken. Das erhält seine saftig-grüne Farbe und stoppt den Vitaminabbau. Anschließend gut ausdrücken zur weiteren Verarbeitung.

Genusstipps

Blattspinat kann roh, blanchiert oder gedünstet gegessen werden. Besonders lecker schmeckt junger Blattspinat in einem Mischsalat mit Essig-Öl-Dressing. Auch lecker ist er in Butter oder Öl angedünstet zu Pasta. Spinat passt hervorragend zu Fleisch, Fisch und Ei. Mit seinem angenehm würzigen Aroma macht er immer wieder Furore als pikante Füllung von Teigtaschen, Gemüsekuchen, Lasagne oder Cannelloni. Sehr geschätzt wird seine Zubereitung mit Lachs und Brötchenscheiben, bekannt auch als Lachs-Ofenschlupfer. Zusammen mit Teriyaki-Sauce, Ingwer und Sesam wird aus Spinat eine exotische Beilage, zum Beispiel kombiniert mit gedünstetem Fischfilet. Aus einfachen Pfannkuchen werden Spinatküchlein geformt, die sich mit buntem Frühlingsgemüse nach Belieben füllen lassen. Auf Pizza, als Suppe, Spinatknödel, Spinatauflauf oder Spinatquiche, ob klassisch mit Spiegelei und Kartoffeln oder deftig mit Makkaroni und Gorgonzola – Spinat hat viele Gesichter! Und schließlich als wichtiger Bestandteil in der Zubereitung von Smoothies ist Blattspinat nicht mehr wegzudenken.