Aufgesammelt!

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Rosenkohl – delikates Wintergemüse

rosenkohl

Rosenkohl – lat. Brassica oleracea var. gemmifera.

Um es ganz schlicht zu sagen, ich bin eine Variante des Gemüsekohls. Gehe ich mit lateinischem Namen auch alles andere als leicht über die Lippen, überzeuge ich einfach umso genüsslicher als Gaumenschmaus – Röschen für Röschen, rund, köstlich und so gesund!

Als delikates Wintergemüse habe ich von September bis Januar meine offizielle Saison. Mit dem ersten Frost werde ich besonders schmackhaft. Durch die Kälte wird nämlich meine Zuckerproduktion angekurbelt. Das mindert meinen bitteren Geschmack, macht mich leichter verdaulich, da die Zellstrukturen gelockert werden, und ich bekomme eine herb-süßliche Note. Nur nicht neidisch werden, wer kann, der kann.  In vielen Gebieten bin ich geradezu winterhart trainiert. In sehr kalten Gegenden überwintere ich in einer geschützten Abdeckung im Freien, denn zu viel Kälte mögen meine Röschen allerdings gar nicht.

Historie

Erste Belege für meinen Anbau soll es um das Jahr 1587 im heutigen Belgien geben. Daher auch der ursprüngliche französische Name Choux de Bruxelles. Im 19. Jahrhundert eroberte ich als Wintergemüse nach und nach Europa und die USA. Im deutschsprachigen Raum wurde ich als „Brüsseler Sprossen“ oder „Brüsseler Kohl“ bekannt. Im Englischen heiße ich noch heute “Brussels Sprout”, also Brüsseler Sprosse.

Schlanke & gesunde Beilage

Aufgrund meines geringen Wasseranteils, eines höheren Fettgehaltes, Protein und Zucker, bin ich etwas nahrhafter als andere Kohlsorten: knapp 40 Kalorien auf 100 Gramm. Wenn ich auch einige Kalorien mehr habe als meine Geschwister, bin ich damit aber immer noch eine “schlanke” Beilage. Und dazu noch sehr gesund – reich an Ballaststoffen, Mineralstoffen wie Kalium, Magnesium, Calcium, Eisen und Phosphor sowie an Vitaminen B und C.

Frische

Untrügbare Frische lässt sich an meiner hell- bis dunkelgrünen Färbung erkennen. Zudem sollten meine Blätter dicht geschlossen sein, meine schönen Kugeln fest und kompakt, bei Druck so gut wie gar nicht nachgeben und keine gelben Außenblätter aufweisen. Ein weiteres Indiz für meine Frische ist eine glatte, helle Schnittfläche.

Haltbarkeit & Lagerung

Ich habe nur eine kurze Haltbarkeit und reagiere empfindlich auf Ethylen. Ihr wisst schon, das lässt mich im Blitztempo alt aussehen. Daher lagert mich bloß nicht gemeinsam mit beispielweise Äpfeln, Pflaumen oder Tomaten! Ungewaschen halte ich mich  in einem Plastikbeutel im Gemüsefach bis zu vier Tage. Das bedeutet für meine Verhältnisse noch optimale Frische.
Ich lasse mich leicht einfrieren, sollte aber vorher rund fünf Minuten blanchiert werden. So halte ich mich im Tiefkühlfach etwa ein Jahr.

Zubereitung

Ich bin ein hervorragender Begleiter zu kurz gebratenem Fleisch, Steaks, Schnitzel, Geflügel, Lamm, Wild und Fischgerichten und werde gerne als Alternative zu Rotkohl serviert. Fritiert als  Vorspeise, gedünstet, gedämpft, gekocht, als Gemüse oder Suppe, im Eintopf oder Salat, im Ganzen, entblättert, gehackt oder geschnitten, roh oder überbacken serviert, schmecke ich einfach köstlich. Wenn es auch viele Möglichkeiten der Zubereitung meines pikanten Gemüses gibt, die einfachsten lassen aber meinen Eigengeschmack am besten zur Geltung kommen. Beispielsweise, in dem ich in Butter geschwenkt, mit brauner Butter übergossen oder mit Muskat und Butter abgeschmeckt werde. Um mich richtig zuzubereiten, sollten zuerst meine äußeren Blätter entfernt und die Strünke zurückgeschnitten werden. Meine Röschen immer erst kurz vor dem Kochen in Salzwasser waschen, und damit sie gleichmäßig gar werden, die Strünke kreuzförmig einschneiden.Meine ideale Garzeit liegt bei 5 – 7 Minuten sanftem Köcheln. Zum Abmildern meines charakteristischen Kohlaromas kann ich eine Prise Zucker oder etwas Brühe zum Kochwasser nur empfehlen.

Mhhmm … ich wünsche Euch einen guten Appetit!