Aufgesammelt!

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Hola, Holunder!

holunderernte

Holunder (Sambucus) – ein Gewächs für Gesundheit und Wohlbefinden

Wir machen aus ihm Saft, Sirup, Marmelade, eine Suppe, Tee, Schnaps und Wein, essen seine Blüten im Teig gebacken … der Holunder ist ein Gewächs für die Gesundheit und für’s Wohlbefinden.

Er ist Heilkraut und Nahrungsmittel in einem. Die bis zu sechs Meter hohen Büsche sind anspruchslos, wachsen bei uns fast überall. Er war immer schon ein fester Bestandteil in der Pflanzenheilkunde, spielt in Märchen, Mythen und Brauchtum eine große Rolle. Selbst der hoch angesehene Pfarrer Sebastian Kneipp lobte ihn sehr: „Auch die Holunderblüte reinigt, daran zweifelt niemand, und es wäre gut, wenn in jeder Hausapotheke eine Schachtel gedörrter Blumen aufbewahrt würde. Der Winter ist lang, und es kann Fälle geben, in denen ein derart schweisstreibendes Mittelchen überaus treffliche Dienste leistet.“

Holunderblüten

Ab Mai bis in den Juli umschwebt in freier Natur unsere Geruchsknospen immer wieder ein frischer fruchtiger Duft, der unverwechselbar und typisch für den Holunder ist. Er trägt weiße bis leicht gelbliche Blüten. Zerreibt man ein Blatt des Holunderstrauches zwischen den Fingern, riecht es auch leicht nach den Blüten; unabhängig davon, ob der Strauch gerade Blüten oder Früchte trägt. Das ist ein sehr hilfreiches  Erkennungsmerkmal. Aus den Holunderblüten lässt sich eine herrlich erfrischende Holunderlimonade zubereiten, deren Rezept Sie hier in unserer Rezeptsammlung finden. Eine beliebte und sehr köstliche Zubereitung für die Blüten sind ausgebackene Holunderblüten, die im deutschen Sprachraum als Hollerküchel, Holunderpfannekuchen, Holunderküchle oder Hollerschöberl bezeichnet werden. Dabei werden die Schirmrispen in einen dünnflüssigen Teig aus Mehl, Eiern und weiteren Zutaten getaucht und anschließend gebraten oder frittiert.

Holunderbeeren

Im August und September beginnen die anfangs roten, später schwarzen Holunderbeeren zu reifen. Sie besitzen einen  burgunderroten Saft von so intensiver Farbe, dass er bei Berührung mit Textilien so gut wie nicht mehr zu entfernen ist. Frischer Holunder wirkt leicht giftig und kann Übelkeit und Brechreiz auslösen, daher niemals roh essen! Holunder ist erst abgekocht genießbar. Er sollte daher bei der Verarbeitung zu Gelee, Mus, Saft oder Wein unbedingt erhitzt werden. Die Beeren werden auch als Zutat in Rote Grütze verwendet oder beim Backen. Sie lassen sich problemlos einfrieren. Eine typische Spezialität Norddeutschlands ist die Holunderbeerensuppe. Der Saft ist sehr aromatisch, aber säurearm und kaum süß. Daher wird er oft mit Apfelsaft oder anderen süßen Fruchtsäften gemischt.

Holunder in der Volksmedizin und Pflanzenheilkunde

Holundersaft und die Holunderbeeren, aber auch Tees aus Rinde und Blütenständen gelten als bewährte Hausmittel gegen Erkältung, Nieren- und Blasenleiden sowie zur Stärkung von Herz und Kreislauf und finden bis heute Anwendung. Zurückzuführen ist diese Wirkung auf das in den Früchten reichlich enthaltene Vitamin C  und Kaliium sowie Vitamin B, Fruchtsäuren, ätherische Öle, die auch in den Blüten enthalten sind, Flavonoide und vor allem das farbgebende Anthocyan. Dieses Antioxidans schützt die Zellmembranen vor Veränderungen durch freie Radikale und verlangsamt so Alterungsprozesse in den Zellen. Zusätzlich soll es einen entzündungs-hemmenden und dadurch schmerzlindernden und fiebersenkenden Effekt haben. Die ätherischen Öle mit ihren Aromakomplexen wirken leicht schweißtreibend und schleimlösend. Auch bei Magenbeschwerden wird Holundertee in der Hausmedizin erfolgreich angewandt. Diese Vorgänge nur auf den einen oder anderen Inhaltsstoff zu reduzieren  wäre wohl zu einfach. Vielmehr dürfte es das Zusammenspiel aller Komponenten sein, die das Ergebnis ausmachen.

Namen im Volksmund für Holunder

Alhorn, Flieder, Fler, Flier, Fledder, Fliederbeeren, Bachholder, Betschel, Schwarzholder, Holler, Holder, Husholder,  Holderbusch, Hulla, Elder, Elderbaum, Eller, Ellhorn, Zickenblüten, Holderbaum, Kelkenbusch, Keilken, Kischke, Schwitztee. In diesem Sinne möchten wir Sebastian Kneipp auch das Schlusswort geben, der gesagt haben soll: „Vor jedem Holunderstrauch möge man den Hut ziehen“.