Aufgesammelt!

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Hering, Rollmops & Co.

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Am Aschermittwoch ist alles vorbei?

Nicht ganz. Wir zeigen dem Kater, wo der Hering hängt!

Den Begriff Fastnacht findet man in den verschiedensten regionalen Abwandlungen wieder. Bekannt ist er in weiten Teilen Deutschlands, in Luxemburg, der Schweiz, Liechtenstein und im westlichen Österreich. Im Begriff Fastnacht steckt das Wort „Fasten“ und dieses deutet auf die kirchliche Abstammung hin. Die Fastnacht war die Nacht vor dem Beginn der kirchlichen Fastenzeit, also jene vor dem Aschermittwoch. Erst später weitete sich der Begriff auf einen Zeitraum von mehreren Wochen aus. Das Ende der Fastnachtszeit markierte den Übergang vom Winter zum Frühling.

Ursprung und Geschichte des Aschermittwochs

Mit dem Aschermittwoch (lat.: Dies Cinerum) beginnt seit dem 7. Jahrhundert die 40 Tage dauernde Fastenzeit vor dem Osterfest. Abzüglich der fastenfreien Sonntage (einschließlich Palmsonntag) liegt der Termin 46 Kalendertage vor dem beweglichen Ostersonntag. Der frühest mögliche Zeitpunkt ist der 4. Februar, der späteste der 10. März.

Traditionelle Fastenspeise

Heutzutage wird die Fastenzeit im Alltagsleben nicht mehr streng eingehalten. Viele Leute nehmen jedoch diese 40 Tage als willkommenen Anlass, um für einige Zeit auf Alkohol oder Zigaretten zu verzichten. Ein Brauch, der sich dennoch bis heute gehalten hat, ist der traditionelle Heringsessen am Aschermittwoch. Fisch hat sich als christliche Fastenspeise etabliert, weil Fleisch in der gesamten Fastenzeit eigentlich verboten ist. Daher auch der Name Karneval (lat. „carne vale“ bedeutet „Lebe wohl, Fleisch!“).

Hering killt den Kater

Auch wenn traditionellerweise am Aschermittwoch Hering verzehrt wird, bieten mittlerweile sämtliche Restaurants beim Heringsessen auch jede Menge andere Fische und Meeresfrüchte an. Dabei macht der Hering als Fastenspeise aber durchaus am meisten Sinn, er zählt nicht umsonst zu den klassischen Katerkillern. Aus diesem Grund wird der Hering auch am Aschermittwoch serviert: Er soll den Körper nach den exzessiven kulinarischen und alkoholischen Genüssen (man denke nur an die Unmengen von Faschingskrapfen) der Faschingszeit entschlacken.

Wissenswertes über den Hering

Der Hering ist ein Salzwasserfisch, der vorwiegend in der Ostsee, Nordsee und im Atlantik lebt. Herings-Gerichte sind schnell gemacht und schmecken vorzüglich. Fisch-Rezepte sollten nicht nur in der Fastenzeit zubereitet werden, denn Fisch zählt zu den gesündesten Lebensmitteln überhaupt. Beiliebt sind natürlich Heringsalate mit Gemüse, Kartoffeln, Karotten, Essiggurken, Äpfel, Joghurt und natürlich Mayonnaise. Für Nachtschwärmer ist der Hering als willkommenes “Katerfrühstück” angesagt.

Die bekanntesten Zubereitungen:

  • Der Fisch kann gebraten, mariniert, geräuchert oder in Salz eingelegt gegessen werden.
  • Der rohe Fisch, der unter dem Namen „grüner Hering“ auf den Markt kommt, eignet sich besonders gut zum Braten, also Brathering.
  • Sauer eingelegter, kopfloser Hering ist der Bismarckhering.
  • Der geräucherte Hering heißt Bückling, wurde über Buchen- und Eichenholz geräuchert.
  • Auch in Salz eingelegte Heringe werden gerne verzehrt.
  • Handelt es sich bei dem eingelegten Fisch um einen vor der Laichzeit, also im Frühling gefangenen Hering, dann wird er als Matjes bezeichnet, der durch seinen besonders hohen Fettgehalt, den er sich über den Winter angefressen hat, besonders mild und fein schmeckt
  • Geräucherter Salzhering wird auch Lachshering genannt.
  • Der beliebte klassische Rollmops, der pikant gefüllte, eingerollte marinierte Hering ohne Kopf und Schwanzflosse.

Heilkraft aus der Natur – Naturarznei aus dem Meer

Wussten Sie, dass eine Portion fetter Hering pro Woche das Risiko für einen Herzinfarkt um bis zu 50 Prozent senkt? Er ist der fettreichste Fisch nach dem Aal. Mit einem Hering von etwa 150 Gramm konsumieren wir etwa 30 Gramm Fett. Doch speziell dieses Fett ist für den menschlichen Organismus ein wahrer Segen. Mehr als 10 Prozent des Hering-Fettes bestehen aus Omega-3-Fettsäuren. Das sind wertvolle mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die nur in Fischen vorkommen. Aus diesen Omega-3-Fettsäuren baut unser Körper spezielle Reglerstoffe, die auf die Muskulatur der Blutgefäße entspannend wirken. Dadurch bleiben die Adern elastisch. Wer regelmäßig Hering genießt, kann unter Umständen erhöhten Blutdruck senken. Das Blut bleibt flüssig. Die Blutplättchen kleben nicht zusammen. Auf diese Weise kann der Hering einer Thrombose, aber auch frühzeitiger Arteriosklerose vorbeugen. Eine Faustregel besagt: Eine Portion fetter Hering pro Woche senkt das Risiko für Herzinfarkt um etwa 50 Prozent.

Worauf jedoch geachtet werden soll:

Der Hering enthält viel Purin und ist daher nicht für Gichtkranke geeignet. Der Hering bietet aber noch eine Besonderheit für unsere Gesundheit. Er hat – verglichen mit anderen Fischen – von einer ganz bestimmten Omega-3-Fettsäure besonders viel. Es ist die Eicosapentaen-Säure. Sie macht den Körper stark gegen Allergien und bekämpft Entzündungen im Organismus. Daher bietet der Hering auch Schutz gegen rheumatische Erkrankungen und gegen Multiple Sklerose. Das haben wissenschaftliche Studien an Finnen und Eskimos ergeben, die sich bekanntlich sehr fischreich ernähren. Doch Hering hat noch andere Schätze zu bieten: B-Vitamine, hoher Vitamingehalt A, D und E, hoher Mineralstoffanteil wie Natrium, Kalium, Zink, Jod und Selen.