Aufgesammelt!

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Geliebter Rhabarber

rhabarber-zubereiten

Die Saison hat begonnen!

Gestatten: Rhabarber! Mein lateinischer Name lautet „Rheum rhabarbarum“ – was in etwa so viel wie „Wurzel der Barbaren“ bedeutet.  Das hört sich wilder an, als ich bin. Ich habe Jahrtausende hinter mich gebracht, bis ich gezähmt und kultiviert bei Euch Fuß fasste. Vor etwa 5000 Jahren schon und bis heute verarbeitet man in China meine Wurzeln zu medizinischen Zwecken. Erst im 18. Jahrhundert begann meine Verbreitung nach und nach weltweit.

Zu verdanken ist das der genialen Erfindung des Zuckers. Aus einer spontanen Freundschaft wurde eine kochende Leidenschaft, resultierend aus der Säure meiner köstlichen Stiele in Verbindung mit der Süße des Zuckers. Ich bin seitdem weltweit gefragt und aus der saisonalen Küche nicht mehr wegzudenken. Als saisonales Gemüse stehe ich jedoch nur von April bis Johanni, also bis einschließlich 24. Juni, zur Verfügung. Diese relativ kurze Zeit dürfen Genießer nicht verpassen. Danach ist Schluss, weil mir die Oxalsäure nur so durch die Stiele schießt, sie faserig und hart werden.

rhabarber-geschnitten

Aufbewahrungstipps:

Ich brauche Zeit zum Regenerieren. Damit die Zeit mit Warten auf mich bis zum nächsten Jahr nicht zu lang wird, lasse ich mich auch für den ungeschmälerten Genuss einfrieren. Bis zu einem Jahr halte ich mich im Tiefkühlfach, roh, gewaschen, ungeschält, in ganzen Stangen oder portionsweise eingefroren. Auch als fertiges Kompott lege ich mich für Euch auf’s Eis. Für einige Tage bleibe ich im Kühlschrank frisch, bitte geputzt und in ein feuchtes Tuch gewickelt, aber nicht luftdicht abgeschlossen. Roh sollte man mich nicht verzehren, selbst als ganz jungen Rhabarber nicht. Die Haut müsst Ihr bei den jungen Stangen zur Weiterverarbeitung  nicht abziehen. Sie ist zart genug, um mitgegessen zu werden. 

Ob ich reif bin, erkennt Ihr an der glatten Oberfläche meiner Stängel, wenn sie nicht mehr gewellt sind – also ganz anders als bei Euch, gerade umgekehrt. Gut zu wissen ist für Euch, dass meine Blätter und Blattansätze leider giftig sind und deshalb nicht gegessen werden dürfen. Auch mag ich keine Metallgefäße oder Alufolie. Giftige Stoffe können entstehen, wenn Ihr mich darin verarbeitet oder damit in Berührung bringt, da sich meine Säuren mit Metallen verbinden. Außerdem verursachen Metalle Geschmacksveränderungen. 

Vielfältiger Genuss

Ich liebe es, mich im von Sahnehäubchen und Baiser gekrönten Kuchen zu wälzen, im Chutney mit anderen Köstlichkeiten zu schwelgen, auf Desserts, im Eis oder als Sirup mich tröpfchenweise zu verschwenden, als Kompott oder Marmelade mit Erdbeeren, Äpfeln, Bananen und sonstigen süßen Verführungen dahinzuschmelzen! Auch in Sekt oder als Rhabarberschorle lasse ich meinen Charme für Euch sprühen. Hier ist ein Rezept für Rhabarbersirup und Rhabarber-Sekt mit und ohne Alkohol zusammengestellt. Ich werde oft für Obst gehalten, was mir aber völlig egal ist. Botanisch gehöre ich zur Familie der Knöterichgewächse, zu den Staudengemüsen. Ich zähle zu den Sonnenanbetern unter den Stauden und bin sehr pflegeleicht. Das hört sich nicht sonderlich aufregend an. Dafür schmecke ich umso besser!  

Hier gibt´s ein köstliches Erdbeeren-Rhabarber-Torte-Rezept!

Ich wünsche allen Genießern jede Menge Gaumenfreuden,
Euer Rhabarber