Aufgesammelt!

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Die fränkische Hauszwetschge

die fränkische Hauszwetschge

Die Echte Zwetschge (Prunus domestica subsp. domestica) …

ist eine Unterart der Pflaume (Prunus domestica). In Österreich wird sie auch als Zwetschke geschrieben, regional in Deutschland als Zwetsche oder auch Quetsche bezeichnet; fachsprachlich ist Zwetschge üblich.

Noch vor 2.000 Jahren war die asiatische Wildpflaume säuerlich und trocken. Von den Griechen wurde diese Frucht aus Damaskus importiert, und die Römer kultivierten sie 150 v. Chr. im Mittelmeerraum. Schon aus der Zeit Karls des Großen datieren Urkunden, mit denen die Verwalter der Königshöfe angewiesen werden, Obstbäume aller bekannten Sorten zu kultivieren. Weitere Zuchtmaßnahmen gehen von den zahlreichen Klostergründungen aus, in deren geschützten Gärten auch Zwetschgen aus verschiedenen Wildsorten veredelt und kultiviert wurden. Heute wächst der Zwetschgenbaum überall dort, wo ein gemäßigtes Klima herrscht, bevorzugt in warmer, geschützter Lage. Auch in vielen privaten Hausgärten sowie auf den zahlreichen, für die fränkische Landschaft so typischen Streuobstwiesen gedeihen vielfältige Sorten.

Der Zwetschgenbaum wird drei bis zehn Meter hoch. Die elliptischen Blätter des Baumes. wie auch die  üppig weißen Blüten wachsen je nach Wetterlage schon im April. Bei warmen Sommertemperaturen von September bis Oktober sind die bläulich bis violetten Zwetschgen reif. Die ersten Zwetschgensorten reifen in den frühen Lagen Frankens bereits im Juli/August. Sie haben einen gut löslichen Stein mit spitzen Enden und rauher Schale. Die Früchte sind mittelgroß, länglich-eiförmig, besitzen im Gegensatz zur Pflaume keine Fruchtnaht. Das Fruchtfleisch ist von grünlich-gelber Farbe, mit hohem Zuckergehalt und im Vergleich zur Pflaume von fester Konsistenz.

Fränkisch lecker

Probieren Sie unbedingt einen Zwetschgenkuchen mit der typischen Fränkischen Hauszwetschge. Mäßige Säure und nicht allzu viel Saft machen die Früchte zu einem idealen Kuchenbelag. Besonders gerne wird sie zur Zubereitung als Zwetschgenmus sowie zum Einkochen oder Einfrieren als Kompott verwendet. Aber auch andere Gerichte, wie Zwetschgenknödel, gelingen mit den schön dunkelviolett gefärbten Früchten vorzüglich.
Eine Spezialität ist auch das „Fränkische Zwetschgenwasser“, ein feiner Obstbrand. Diese seit Jahrhunderten in Franken gebrannte Edelspirituose wird ausschließlich aus Fränkischen Zwetschgen erzeugt und genießt unter diesem Namen Sortenschutz beim europäischen Sortenamt.

Die Zwetschge schmeckt nicht nur lecker, sie ist auch sehr gesund, enthält Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Calcium, Phosphor, Vitamine A, C, E, u.a.m. B-Vitamine stärken das Nerven- und Immunsystem. Sie ist ein nützliches und bewährtes Hausmittel, das vor allem die Verdauung erleichtert: getrocknete Pflaumen weicht man am Besten schon am Abend vorher in Wasser ein und isst sie morgens. Bei Appetitlosigkeit einen Zwetschgen-Snack aus frischen Früchten pur genießen! Und ganz einfach als Kompott mit etwas Vanillesauce oder Eis und vielleicht einem kleinen Sahnehäubchen, da sagt die Zwetschge nicht „Nein“ und Ihr Gaumen freut sich auf „Mehr“!