Aufgesammelt!

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Deutscher Federweißer – alle Jahre wieder

Ein Genuss – viele Namen:

Rauscher, Sauser, Brauser oder Bitzler wird das beliebte Getränk je nach Region genannt. Federweißer gehört untrennbar zum Herbst und zur Weinlese. Alljährlich überbringt er die erste Herbstbotschaft an die Weinfreunde. Sein Name ist übrigens auf die Hefen zurückzuführen, die wie winzige Federchen im Glas tanzen. Sie sind auch für das leichte Prickeln des jungen Weins verantwortlich.

Herstellung

Wenn die biologisch aktiven Hefen während der Gärung den natürlichen Zucker im frisch gepressten Traubensaft in Alkohol verwandeln, entsteht auch Kohlensäure, die langsam entweicht. Federweißer wird wahlweise aus weißen oder roten Trauben hergestellt (Roter Rauscher). Idealerweise trinkt man Federweißen, wenn sich Süße, Alkohol und Fruchtsäure in guter Balance befinden, also auf halbem Weg vom Traubensaft zum Wein. Zu diesem Zeitpunkt weist er einen Alkoholgehalt von etwa vier bis fünf Prozent auf. Im weiteren Verlauf der Gärung weicht die anfänglich verführerische Süße nach und nach dem Alkohol und verleiht dem Federweißen eine zunehmend herbe Note. Der neue Wein zeigt übrigens schon die ersten Merkmale und Fruchtaromen des neuen Weinjahrgangs.

der-erwin-sagt-des-schmeggdUnterschiedliche Reifegrade

Schmeckt er noch zu süß, ihn erst noch bei Zimmertemperatur aufbewahren. Nach sechs bis acht Stunden erneut probieren. Ist der optimale Süßegrad erreicht, den Federweißen kalt stellen. Dann ist er vollendet für ein köstlich-herbstliches Rendezvous, zum Beispiel mit dem Fränkischen Zwiebelblootz oder Flammkuchen, deren Rezepte wir hier für Sie reingestellt haben. Natürlich schmecken dazu auch wunderbar Esskastanien oder einfach frische Laugenbrezeln.

Ein Leichtgewicht ist Federweißer absolut nicht, denn seine Spritzigkeit täuscht gerne über die Kraft hinweg, die in ihm steckt. Je nach Körperkonstitution und Gewicht sind zwei bis drei Viertel eine gute Orientierung, um nicht von seiner Wirkung überrascht zu werden.

Wohl bekomm’s!